Niederbayerische Einzelmeisterschaften 2026 - Tag 2

Zwei gnadenlos und eine Sammlung von Tabellenführern...

An Tag 2 stand vormittags die Runde 3 in der Meisterklasse und Klasse M2 an, bei den Senioren die 2. Runde.

Bei den Senioren teilten Dr. Norbert Jüttner und Rudolf Damberger im Röhrnbacher Vereinsduell den Punkt kurz und schmerzlos. Schmerzlos blieben die anderen beiden Partien nicht: Johannes Ebner (SV Röhrnbach) gewann beim Übergang ins Endspiel einen Bauern gegen Bruno Müller (DJK SF Haselbach) und gewann damit im reinen Bauernendspiel. Um Endspieltechnik ging es auch zwischen Volker Glatz (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) und Rupert Eder (DJK SF Haselbach). Im Bauernendspiel schwankte die Bewertung zwischen Remis und Sieg Eder - am Ende hieß es Sieg Eder, da Glatz nicht die richtige Verteidigung fand.

In der Klasse M2 schenkten sich die hinteren Bretter nichts und gewannen teilweise sehr rasch die Punkte. Vorne dagegen wurden eisern gekämpft, wobei die Partie am Spitzenbrett nicht nur wegen ihrer Länge herausstach.

Da wussten sie noch nicht, wie lang es werden würde: Walter Müller (TV Freyung) mit Weiß gegen Daniel Wolf (SV Röhrnbach)

Die Partie verlief zunächst ausgeglichen, ehe sich Wolf im reinen Schwerfigurenendspiel Vorteil erarbeitete. Diesen Vorteil gab er durch Damentausch aus der Hand und im Doppelturmendspiel bekam Müller mehr und mehr das Ruder in die Hand, mit dem er dann den Zielhafen "Matt und Sieg" ansteuerte. Dadurch hält Müller mit drei Punkten allein die Tabellenführung und misst sich am Nachmittag mit Daniel Dolesik (SC Gardez-Viechtach). Die Verfolger haben bereits einen Punkt Rückstand.

In der Meisterklasse spielten sich am Vormittag einige Dramen ab: Reiner Bergmann (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) bearbeitete Shakir Gurbanli (SC Rottal-Inn) ewig im Endspiel, und schien trotz Mehrbauern nur das Remis in Sichtweite zu haben. Durch einen fehlerhaften Königszug (Ke6? statt Ke7) vergab Gurbanli das Remis und verlor noch.
Drama Nr. 2 suchte sich als Hauptdarsteller Christoph Heiduk (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) und Michael Süß (SK Landau-Dingolfing) aus. Heiduk nutzte seine Favoritenrolle und stand durch die ganze Partie besser und verpasste einige noch bessere Fortsetzungen. Überlebenskünstler Süß zauberte nach einer Unachtsamkeit Heiduks einen Doppelangriff aufs Brett mit der Doppeldrohung Matt oder Damengewinn - ein unverhoffter voller Punkt war die Konsequenz.
Mit Spannung beäugt wurde natürlich das Duell der beiden Vollpunkter Roland Knechtel (SV Röhrnbach) und Alexander Stadler (SC Vilshofen):

Die Partie verlief 30 Züge lang ausgeglichen, ehe Knechtel Stadler erlaubte, in Vorteil zu kommen. Mit 32...Dxe1+ hätte Stadler der Partie ein schnelles Ende bereiten können. So musste Stadler im Turmendspiel mit Mehrbauern noch 42 Züge mehr arbeiten, ehe er sich zum Tabellenführer krönte. 
Am Nachmittag muss er mit bereits einem Punkt Vorsprung gegen Alfred Engelbrecht antreten.

Die Nachmittagsrunde verlief bei den Senioren in reduzierter Besetzung - Rudi Damberger und Volker Glatz holen ihre Partie am Samstagnachmittag nach - Vollrundenturnier mit freien Nachmittagen macht´s möglich. Bruno Müller und Dr. Norbert Jüttner kämpften zwar durchaus, sahen in verschachtelter Stellung aber keine Chancen, einen Sieger zu ermitteln und teilten den Punkt. Johannes Ebner hingegen pflügt weiter durch das Feld, überspielte Rupert Eder und gewann auch sein drittes Spiel.

Links: Hans Meier (SV Aham), rechts: Sasha Haralambieva (SV Röhrnbach)

In der M2 spielt auch die einzige weibliche und zugleich jüngste Teilnehmerin mit acht Jahren mit - Sasha Haralambieva vom SV Röhrnbach. Man merkt ihr an, dass es ihr erstes Turnier ist, denn gegen den erfahrenen Hans Meier sah sie kein Land und musste nach 19 Zügen feststellen, dass ihr König im Schach stehend kein Fluchtfeld mehr hatte.

Links Daniel Dolesik (SC Gardez-Viechtach), rechts Walter Müller (TV Freyung)

Ansonsten heißt es in der M2 "Müller gnadenlos". Walter Müller dachte am Nachmittag gar nicht daran, mit einem Punkt Vorsprung in den Verwaltungsmodus zu schalten. Vielmehr machte er mit Dolesik kurzen Prozess - nach 17 Zügen war Partie und Figur für Dolesik verloren.

 

In der Meisterklasse waren alle Augen auf die Spitzenbretter gerichtet. Roland Knechtel besiegte Steffen Woitylak (TV 1862 Geiselhöring), doch zwei andere Partien stachen noch mehr heraus: 

Links Alexander Stadler, rechts Alfred Engelbrecht

Die Partie war geprägt von Bauernopfern. Engelbrecht gab kurz nach der Eröffnung einen Bauern. Dafür hatte er Kompensation in Form von offenen Linien, die ausreichte. Später bot er einen zweiten Bauern an, um Drohungen gegen Stadlers König aufzustellen.  Diesen Drohungen zeigte sich Stadler auf die Dauer nicht gewachsen und erlaubte es Engelbrecht noch, ihn mattzusetzen.
Ebenfalls faszinierend anzuschauen war die Partie zwischen Michael Müller (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) und Dr. Christoph Schultes (SK Landau-Dingolfing). Die Partie geriet rasch zu einem Spiel auf ein Tor - nämlich das von Schultes. Müller eroberte die Dame gegen zwei Leichtfiguren und einen Bauern. Diesen Vorteil baute er systematisch weiter aus und sackte in der längsten Partie des Tages den vollen Punkt ein.
Dadurch haben jetzt fünf Spieler (Roland Knechtel, Alfred Engelbrecht, Alexander Stadler, Michael Müller und Herbert Palmi) drei Punkte. Sie treten in Runde 5 auch gegeneinander an. Es bleibt also spannend.

 

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