Fast alles offen...
Ein umkämpfter Samstagvormittag hatte es in sich.
In der Seniorenklasse gab Johannes Ebner (SV Röhrnbach) gegen Volker Glatz (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) seinen ersten halben Punkt ab, da er gegen Glatz Stellung keine Mittel fand, sie zu knacken. Rudolf Damberger (SV Röhrnbach) luchste Bruno Müller (DJK SF Haselbach) eine Figur ab und kann mit einem Sieg in der Nachhol-Partie am Nachmittag gleichziehen. Im Kellerduell bezwang Dr. Norbert Jüttner (SV Röhrnbach) Rupert Eder (DJK SF Haselbach) per Mattangriff in nur 20 Zügen.
In der M2-Klasse erlitt der bisher souveräne Walter Müller (TV Freyung) gegen Johann Sellmayer (SK Landshut) Schiffbruch. Er fand nie so recht in die Partie und sein König sah sich bald vielfältigen Angriffen ausgesetzt, die er nicht alle zu parieren vermochte. Im Verfolgerduell nutzte dies Hans-Jürgen Lichtmannecker (SC Rottal-Inn), der Daniel Wolf (SV Röhrnbach) mit dem ungebräuchlichen Grobs Angriff (1.g4) überraschte und später sogar mattsetzte. In der Runde 6 kreuzen Johann Sellmayer und Hans-Jürgen Lichtmannecker die Klingen sowie Marcell Eigenschenk (SV Röhrnbach) und Walter Müller. Die weiteren 3-Punkte-Duelle lauten Daniel Wolf - Aleksandar Durovic (SK Landshut) und Tobias Wudi (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) - Robert Weindl (SK Landshut).
In der Meisterklasse war viel Feuer auf den Brettern. Weniger spannend ging es an Brett 1 zwischen Alfred Engelbrecht (SV Röhrnbach) und Herbert Palmi (SC Bayerwald Regen/Zwiesel) zu - hier wurde der Punkt ohne viel Aufregung geteilt. Ein echtes "Legenden-Treffen" war die Begegnung an Brett 2 zwischen Roland Knechtel (SV Röhrnbach) und Michael Müller (SC Bayerwald Regen/Zwiesel), die sich schon seit mehr als 25 Jahren im niederbayerischen Schach einen Namen machen. In diesem Aufeinandertreffen kam Müller besser in die Partie, eroberte einen Bauern und verwertete diesen langsam, aber sicher zu einem vollen Punkt. Seine Chancen auf den Turniersieg wahrte Alexander Stadler (SC Vilshofen), der Thomas Bernauer (SV Röhrnbach) überspielte und schlussendlich eine Figur mehr hatte. Eine lange Partie spielten auch Michael Fuchs (DJK SF Haselbach) und Dr. Christoph Schultes (SK Landau-Dingolfing), in welcher Fuchs den Ton angab und schlussendlich mit Bauer und Läufer mattsetzte.
In Runde 6 lautet die Spitzenpaarung Alexander Stadler - Michael Müller, die Verfolgerduelle lauten Herbert Palmi - Michael Fuchs sowie Roland Knechtel - Alfred Engelbrecht.
Ein Blick von oben in den Spielsaal:

In der Nachmittagsrunde fanden einige Partien ein (zeitlich) schnelles Ende, deswegen sah der Saal nach etwa einer Stunde so aus:

Wobei man sagen muss, dass die Senioren an dem Nachmittag nur die Nachholpartie zwischen Rudolf Damberger und Volker Glatz zu spielen hatten. In derselben griff Damberger Glatz Stellung beherzt an, was aber wohl objektiv nicht ganz korrekt war. Glatz fand jedoch keine Widerlegung und ging im Angriffsstrudel unter. Somit teilen sich Damberger und Ebner mit 3,5/4 vor der letzten Runde die Tabellenführung und müssen im direkten Duell gegeneinander ran.
In der Klasse M2 ließen die beiden Führenden wenig anbrennen: Sowohl Walter Müller mit Schwarz gegen Marcell Eigenschenk als auch Johann Sellmayer mit Weiß gegen Hans-Jürgen Lichtmannecker nutzten die sich ihnen bietenden Chancen auf volle Punkte konsequent: Müller inszenierte einen Königsangriff und bildete eine unwiderstehliche Freibauernkette, Sellmayer nutzte Lichtmanneckers unterentwickelte Stellung zu taktischen Drohungen und führte dann auch den entscheidenden Schlag aus. Somit steht ein Fernduell am Sonntag an: Sellmayer muss gegen Daniel Wolf mit Weiß spielen, während Müller gegen Tobias Wudi ran muss.
In der Meisterklasse hat sich vor der Schlussrunde ein klarer Favorit positioniert: Alexander Stadler.

In seiner Partie gegen Michael Müller stand die Stellung lange ausgeglichen und die beiden landeten in einem gleichfarbigen Läuferendspiel mit gleicher Bauernzahl. Objektiv wohl remislich, hatte Stadler den praktischen Vorteil, dass Müllers Bauern auf der "falschen" Farbe standen. Diesen Vorteil knetete Stadler, bis Müller ein falscher Läuferzug unterlief und Stadler entscheidend eindringen konnte.
Das Verfolgerduell zwischen Herbert Palmi und Michael Fuchs fiel aus, da sich beide einen freien Nachmittag per Remis gönnten.
Im Vereinsduell SV Röhrnbach Roland Knechtel gegen Alfred Engelbrecht machte Knechtel überraschend kurzen Prozess: Nach 17 Zügen war Engelbrechts Stellung desolat und folglich aufgabreif. Dadurch geht Stadler mit einem Punkt Vorsprung in die Schlussrunde.
Außerhalb der Spitzenduelle bleibt noch zu erwähnen, dass Außenseiter Michael Süß (SK Landau-Dingolfing) gegen Ralf Linkamp (SK Passau 1869) zu seinem zweiten vollen Punkt kam - in nur 22 Zügen.
In der Schlussrunde spielt Stadler mit Weiß gegen Herbert Palmi. Nur mit einem Sieg Palmis kann der Kampf um den Turniersieg noch spannend werden. Darauf hoffen Roland Knechtel und Michael Fuchs im direkten Duell sowie Michael Müller gegen Steffen Woitylak (TV 1862 Geiselhöring).